Ostbau heute

zur Problematik des gegenwärtigen Obstbaus,
oder warum es keine guten Äpfel mehr gibt

Wir leben in einem gesegneten Land: das ganze Jahr hindurch können wir Obst genießen, das "vor der Haustür" gewachsen ist. Schon von altersher ist das so. Der Reihe nach gedeihen Rhabarber, Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Kirschen, Pfirsiche, Pflaumen, Birnen und Äpfel. Die späteren Früchte lassen sich lagern: Pflaumen bis Weihnachten, Birnen bis zum Spätwinter, manche Äpfel bis zur nächsten Ernte. Die Erträge und Fruchtgrößen haben sich in den letzten 100 Jahren teilweise ins Utopische gesteigert. Im selben Zeitraum hat allerdings die Qualität der Früchte entsprechend nachgelassen (auf einen genaueren Beleg dieses Phänomens muss hier aus Platzgründen verzichtet werden). Am Beispiel des Apfels lässt sich zeigen, welche Einrichtungen (Errungenschaften) dazu geführt haben:


Dies sind die wesentlichen Einflüsse, die den Baum auf ein überhöhtes Wachstumsniveau zwingen, dass die ganze Pflanzensubstanz inklusive Früchte aufschwemmt und anfällig macht. Ein solcher Apfel schmeckt lasch, die Sorten unterscheiden sich kaum voneinander, da sie auf diesem Wachstumsniveau ihre Charakteristik nur schwach ausprägen können. Auch Allergien werden nach meiner Auffassung dadurch begünstigt.

Ein moderner Obstbau muss mehr als nur ein biologischer (im Sinne der EU-Ökoverordnung) sein. Aus den obigen Ausführungen wird sich für manchen schon andeuten, dass es für einen guten Apfel darum gehen muss, dem Baum Bedingungen zu bereiten, in denen er sich nach seiner Art optimal entfalten kann: